Zum Tod von Jo Jastram

10. Januar 2011 Nachruf

Jo Jastram

“Das Vermögen, dem Inneren einen Weg zum Ausdruck zu bahnen, das ist Jastrams große Kunst…”
Diese große Kunst hat sich nicht nur in seinen Werken offenbart. Weit über seine eigenen Arbeiten hinaus, durch diese und sein Wesen getragen, wirkte Jo Jastram am Menschen selbst. Wie kein Anderer hat er es verstanden, in seinen Schülern das wertvolle Innere zu erkennen und dabei zu helfen, diesem “einen Weg zum Ausdruck zu bahnen”. Einmalig war seine sensible und auch hartnäckige Art und Weise der Förderung, sein behutsames und doch auch drängendes Mutmachen, seine vorwärts treibende Klarheit und konstruktive Kritik.
Seine Fürsorge und Liebe für seine Schüler waren beispiellos. Immer hatte man das sichere Gefühl, von ihm insgesamt und im Besonderen gesehen zu werden. Dieser liebenswerte Mensch und phantastische Künstler nahm ernst.
Jan-Peter Schröder schreibt in der OZ: “In den zerklüfteten Oberflächen seiner Figuren vermochte er es meisterhaft, die Narben der Seele zu zeigen…”
Er hinterlässt ein immenses, wunderbares Lebenswerk und sein Tod reißt eine Wunde in meine Seele. Zu groß ist die Trauer, doch einst tröstet das Wissen, dass er weiterlebt durch sein Werk und Wort…
Eine Schülerin

FacebookTwitterEmail

Atomare Verweigerungshaltung

“Die Fraktion DIE LINKE” im Kreistag NWM brachte zur Kreistagssitzung am 09.12.2010 den Dringlichkeitsantrag ein, die Bundesregierung aufzufordern, den Castortransport nicht über das Kreisgebiet nach Lubmin zu führen. Ein an und für sich einfach formulierter Antrag mit klarer Botschaft: wir wollen keine Castoren mit Atommüll aus anderen Bundesländern! Allerdings nicht für die Herrschaften von CDU und FDP, die mit ihrer Mehrheit allein schon die Behandlung des Antrages ablehnten. Begründung des Herrn Dr. Uhlmann: Man konnte sich nicht tiefgründig mit der Materie beschäftigen! Ein armseliges Zeugnis der totalen Verweigerungshaltung der CDU im Kreistag. Oder fehlen da schlicht die internen Informationen, die die CDU eventuell noch bis vor kurzem aus der Kreisverwaltung erreichten?
Auf jeden Fall hat damit der Kreistag die Chance vertan, sich zur verfehlten Atompolitik der Bundesregierung zu äußern.

weiterführende Links:
Castor-Ticker

FacebookTwitterEmail

Kein Bauernland für Spekulanten

08. Dezember 2010 Bodenreform, CDU, FDP

NICHT für Spekulanten

„Statt den Spekulationsmotor BVVG abzustellen, sorgt die schwarz-gelbe Koalition nun dafür, dass auch die Alteigentümer von der staatlichen Bodenspekulation profitieren können. DIE LINKE lehnt dies ab und fordert stattdessen Sofort-Maßnahmen gegen Bodenspekulationen und die kostenfreie Übergabe der ehemals volkseigenen BVVG-Flächen an die Bundesländer“, kommentiert Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, die Ergebnisse der von den Oppositionsfraktionen erzwungenen Anhörung im Haushaltsausschuss des Bundestags zum Entwurf für das Zweite Flächenerwerbsänderungsgesetz. Tackmann weiter:

„Für die Bedienung der Interessen ihrer Klientel nimmt die Koalition billigend in Kauf, dass die Folgen für die Landwirtschaftsbetriebe und den Bundeshaushalt unklar sind. In der Anhörung blieb völlig offen, wie viel Bodenfläche für den erweiterten Alteigentümer-Anspruch auf begünstigten Bodenerwerb reserviert werden müsste und wie viel Einnahmen dem überschuldeten Bundeshaushalt dabei verloren gehen. Die im Gesetzentwurf stehenden Mindereinnahmen von 370 Millionen Euro scheinen eher ein Mindestbetrag zu sein.
Der Gesetzesentwurf verschärft damit zusätzlich die Lage am durch die BVVG-Verkäufe geprägten Bodenmarkt in den ostdeutschen Bundesländern. Die Bodenpolitik wird damit immer widersinniger und unkalkulierbar.

Durch die Öffnung der Landverkäufe zugunsten international agierender Kapitalgesellschaften hat sich der Bodenmarkt innerhalb weniger Jahre von einem durch die Landwirtschaft wirtschaftlich tragbaren Niveau zu einem Spekulationsmarkt entwickelt. Ehemals volkseigene Äcker und Wälder sind so teuer, dass die Boden- und Pachtpreise mit landwirtschaftlicher Arbeit kaum noch zu erwirtschaften sind.

DIE LINKE fordert: Bodenspekulation verhindern statt Alteigentümer einseitig zu begünstigen.“

FacebookTwitterEmail

Teilweises Verbot der Aktion “Bundestag belagern”

Die Debatte um den neuen Haushalt hat heute im Bundestag begonnen. In diesem Rahmen soll am kommenden Freitag auch das Sparpaket beschlossen werden, das Einschnitte unter anderem bei Erwerbslosen und Rentnern vorsieht. Dagegen ruft seit Monaten ein breites Bündnis unter dem Motto Sparpakete stoppen am 26. November zur Belagerung des Bundestags auf. Heute hat die Berliner Polizei die geplante Demonstration verboten. Lediglich eine Kundgebung am Brandenburger Tor wurde genehmigt. Im Vorfeld waren verschärfte Auflagen für die Proteste angekündigt werden, weil am 26. November der russische Präsident Putin zu Besuch in Berlin ist. Dieser Staatsbesuch spielt nun in der Verbotsverfügung keine Rolle mehr. Auch die erhöhte Sicherheit anlässlich der Terrorwarnungen, von denen auch der Reichstag betroffen ist, wird in dem Bescheid nicht erwähnt. Die Sicherheitsbehörden sehen offenbar doch in der Berliner linken Szene die größere Gefahr. In der Begründung zum Verbot wird darauf verwiesen, dass zu den Protesten neben Untergliederungen der Linken, gewerkschaftlichen und sozialen Gruppen auch die Antifaschistische Linke Berlin und die Antifaschistische Revolutionäre Aktion aufrufen. Bei beiden Gruppen bestünde die Gefahr, dass sie in die Bannmeile um den Reichstag vordringen könnten und so die Sicherheit gefährden würden, begründete das Berliner Landeskriminalamt das Verbot. Der Pressesprecher des Protestbündnisses Michael Prütz kündigte juristische Schritte gegen das Verbot an. Damit will er nicht nur die Proteste gegen das Sparpaket in der geplanten Form durchsetzen, sondern auch gegen die Einschränkung des Demonstrationsrechtes vorgehen. “Schließlich gab es in der Vergangenheit zahlreiche Demonstrationen, zu denen auch die beiden Organisationen mit aufgerufen haben, die jetzt als Begründung für das Verbot genannt werden.” Sollte das Beispiel Schule machen, könnten in Zukunft viele Demonstrationen verboten werden, befürchtet nicht nur Prütz. Auf einer von dem Bündnis geplanten Pressekonferenz wird auch die Bezirksvorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di Berlin sprechen.

Mitteilung des Bündnisses: Die Aktion wird nicht abgesagt!

Aktuelle Mitteilungen hier…!

FacebookTwitterEmail

Mit dem Bus am 26.11 nach Berlin

Bundestag belagern!

26.11.: Sparpaket stoppen! Bundestag belagern!

Am 26. November 2010 will die Bundesregierung ihr „Sparpaket“ im Bundestag zur Abstimmung stellen. Ein Drittel der Sparmaßnahmen liegt im Sozialbereich.
Das soll gestrichen werden:

  • Elterngeld für HartzIV-EmpfängerInnen (300 € pro Monat weniger, insb. für Alleinerziehende)
  • Rentenversicherungsbeiträge für HartzIV-EmpfängerInnen (mehr Altersarmut und Abwälzung des Einnahmenausfalls der Rentenkassen auf die Versicherten)
  • „Übergangsgeld“ für ALGI-EmpfängerInnen (egal wie lange in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt wurde)
  • Heizkostenzuschuss beim Wohngeld (trotz steigender Energiekosten)

Die Bundestagsbelagerung wird organisiert vom Berliner Krisenbündnis “Wir zahlen nicht für eure Krise“. Für das Westmecklenburger Aktionsbündnis gegen das Sparpaket rufen der Wismarer Harald Kothe und der Wariner Björn Griese (beide Die Linke) auf, sich an der Demonstration vor dem Bundestag am 26. November zu beteiligen. Ein von den Bundestagsabgeordneten Martina Bunge und Dietmar Bartsch (beide Die Linke) finanzierter Bus startet am 26. November um 7 Uhr von Schwerin. Wer noch mitfahren möchte kann sich unter der Tel-Nr.: 03841/3265993 anmelden.

FacebookTwitterEmail

Demokratie und Menschenrechte

In der vergangenen Woche debattierte der Bundestag die Lage der Ausländerinnen und Ausländer. Derweilen hat Thilo Sarrazin in den vergangenen Wochen mit umstrittenen Aussagen über Muslime und Migranten für Aufsehen gesorgt. Nach öffentlicher Kritik trat er als Bundesbank-Vorstand zurück, bekommt nun aber 1000 Euro zusätzlich zu seinem monatlichen Gehalt. Die SPD prüft derzeit ein Parteiausschlussverfahren. Von der Bild-Zeitung wird er nun als Märtyrer gegen »die politische Klasse« inszeniert.

  • Als einer, der es wagt, »schonungslos (…) die Bedrohung der deutschen Gesellschaft« durch die muslimischen Migranten zu analysieren.
  • Bild und Spiegel sichern Sarrazins Thesen eine maximale öffentliche Aufmerksamkeit.

Denn für neoliberale Medien und rechte Politiker kommen sie zur rechten Zeit: Die Debatte darüber wird genutzt, um von der öffentliche Diskussion über die größte neoliberale Kürzungsoffensive seit der Agenda 2010 abzulenken.

Diese Broschüre zeigt, dass Sarrazins vermeintlich »knallharte Analyse« mit »Zahlen, Daten, Fakten« einer Überprüfung nicht standhält.

FacebookTwitterEmail

Wege zu einer solidarischen Weltordnung

06. Oktober 2010 ATTAC, Kirche, Wismar

Dr. Prof. Ulrich Duchrow

ist das Thema eines Vortrags- und Gesprächsabends in der Reihe „Turmerlebnis“, zu dem die evangelische Kirchgemeinde St. Nikolai gemeinsam mit dem Freundeskreis Rosa Luxemburg und der Wismarer Attac-Gruppe am Freitag, dem 22.Oktober 20.00 Uhr in die Nikolaikirche einladen.
Gastreferent wird der Befreiungstheologe und Sozialethiker Prof. Dr. Ulrich Duchrow aus Heidelberg sein. Moderieren wird Herr Pastor Thomas.
Prof. Duchrow wird über die Globalisierung des Kapitalismus sprechen, die uns als Schicksal dargestellt wird. Das entspricht nicht der Wahrheit. Sie ist mit Gewalt, bestimmten Wirtschaftspraktiken, Geheimdiensten, bezahlten Ideologen und Medien bewusst im Interesse von Kapitaleigentümern eingeführt worden. Der Vortrag untersucht neben den Ursachen der Krise auch die psychischen und sozialen Folgen des Neoliberalismus für VerliererInnen, GewinnerInnen und die Mittelklasse. Die Mechanismen dieses Projekts muss man kennen, wenn man sowohl strukturell wie menschlich nach Auswegen sucht. Der Referent wird mögliche Alternativen für eine solidarische Weltordnung erläutern und ein neues, solidarisches Bild vom Menschen zeichnen sowie über Wege berichten, die zur Verwirklichung schon begangen werden.

Schon 2008 hat sich Dr. Prof. Duchrow in seinem Artikel “Der Gott der EU-Verfassung” mit einer Reihe problematischer Bestimmungen des EU-Verfassungsentwurfs befasst. Vergeblich befürwortete er, das die Kirchen, gemeinsam mit Attac und dem Europäischen Sozialforum fordern sollten, dass der damals vorliegende neoliberale EU-Verfassungsentwurf einer Volksabstimmung unterworfen werden sollte.

FacebookTwitterEmail

Vielen Dank liebe Deutsche Bahn

29. September 2010 Grevesmühlen, Nordwestmecklenburg


Bahnübergang in Grevesmühlen

Als die letzten Tage eifrige Bahntechniker eine beschädigte Schranke reparierten, waren wir schon ein wenig traurig. Sie würden doch nicht auch noch gleich die Bodenwellen und die Absätze in den Gummimatten beseitigen! Aber sie haben es zum Glück nicht getan. Denn wenn man am frühen Morgen noch halbverschlafen in Richtung Stadt fährt und die beiden Achsen seines geliebten Autos über die Absätze knallen, ist man endgültig hellwach. Und auf Arbeit kann man gleich aufmerksam mit anpacken. Nach dem Feierabend ist man dann schon etwas abgespannt auf dem Heimweg, aber am Bahnübergang bringen einem die knallenden Achsen dann die Konzentration zurück. Und das sich die Deutsche Bahn so um die Bürger von Grevesmühlen sorgt, dafür gebührt ihr unser Dank. Auch dafür, dass die Bahn dafür sorgt, dass sich das Gelände des ehemaligen Bahnhofs, wieder langsam in einen urwüchsigen Stadtpark verwandelt, verdient sie unseren Dank.

Also nochmals, liebe Deutsche Bahn, VIELEN DANK!

FacebookTwitterEmail

Zielgruppe der Rechten – Kinder und Jugendliche

Die NPD und ihre rechten Gruppierungen setzen immer mehr auf die Jugendkarte. Schulhof-CD´s, jugendgerechtes Infomaterial und Kinderfeste. Erst in Ueckermünde und jetzt auch in Grevesmühlen. Wie auf der Internetseite “Endstation Rechts” zu lesen ist, wird das Kinderfest wohl in der NPD-Festung an diesem Wochenende stattfinden. Zitat:

… Zudem will man den NPD-Nachwuchs offenbar frühzeitig an hohe Wände und Freiheitsentzug gewöhnen. Das Fest findet in der NPD-Bastion, auf dem Gelände des Thinghauses, im Grünen Weg 5a, statt. Das Grundstück gleicht einer Festung, ein meterhoher Holzzaun macht es unmöglich, es einzusehen. … Zudem gibt es eine Art Aussichts- und Wachturm, von dem aus abgestellte „Wachmannschaften“ die Lage außerhalb des Geländes sondieren sollen. Ob dieser Ort ideal ist, um ein Kinderfest durchzuführen, bleibt mehr als fraglich. …

Die rechten Gruppierungen  haben instinktiv begriffen, das die Jugend von heute, die Wähler von morgen sind. In vielen Regionen ersetzt oder besetzt sie die Strukturen der Jugendfreizeit, die entweder massiv unterfinanziert oder aber überhaupt nicht mehr vorhanden sind. Bei der U-18-Wahl überspringt die NPD in Ostdeutschland sicher die 5% Hürde. Auch in Nordwestmecklenburg würden über 3% der Jugendlichen die NDP wählen. So versuchen Rechtsextreme immer offener, im Nordwestkreis Fuß zu fassen.

FacebookTwitterEmail

Hilfsmittel Aussteigerprogramm

05. Juli 2010 Die Linke, Petra Pau

Das Innenministerium plant ein Aussteigerprogramm für Linksextremisten, weiß der Focus, der in so Sachen in der Regel gut informiert ist. Details gibt es leider noch nicht, außer

Die Hotline für Linksradikale wird im Herbst freigeschaltet.

Interessant wäre, ob das auf dem Mist der Familienministerin gewachsen ist, die viel lieber Extremismusministerin wäre. Die träumt schon länger davon. Zuständig ist ja eigentlich Herr de Maiziere, Innenminister, aber der brütet wahrscheinlich noch über den Widersprüchen, die sich auftun, wenn man sich an die NetzbewohnerInnen ranschmeißen und gleichzeitig für Sicherheit und Ordnung sorgen will.  Frau Schröder hat soeben Modellprojekte zur Prävention von Linksextremismus und islamischem Extremismus gestartet. 2 Mio. Euro gibt sie dafür 2010 aus.  Die Zeichen der Zeit erkannt hat Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, die gern mitmachen möchte beim Aussteigerprogramm – wer vom VS beobachtet wird, hat sich ja sicher qualifiziert? Mal sehen, was sie aus ihr machen.  Da muß sich das Satiremagazin  Titanic aber warm anziehen, wen sie den Gag noch toppen wollen!

FacebookTwitterEmail