Sigmar Gabriel bezeichnet die Linke als Jobkiller-Partei

Sigmar GabrielSigmar Gabriel
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Andrzej Barabasz

Am 25.09.2014 hat der Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) mit der Opposition über den transatlantischen Freihandel gestritten. Dabei bezeichnete er die Linkspartei als Jobkiller-Partei. Herr Gabriel ist ja immer für einen Witz gut, aber der zeugt einfach nur davon, die Augen zu verschließen vor der eigenen Vergangenheit. Es ist ja wohl allgemein bekannt, das die eingeführte Leiharbeit in der Bundesrepublik der Jobkiller Nr. 1 ist. Und von wem wurde diese eingeführt? Genau, von Wolfgang Clement (SPD), damaliger Wirtschaftsminister unter der Regierung Gerhard Schröders. Die Leiharbeit hat viele feste Arbeitsplätze seit der Zeit vernichtet. In dem Schwarzbuch Leiharbeit der Gewerkschaft IG Metall wird ausführlich beschrieben, das die Leiharbeit in den seltensten Fällen zu einer Festanstellung führt. Die Rahmenbedingungen der Leiharbeit würden die Unternehmen geradezu zum Missbrauch einladen.
Die größte Jobkiller-Partei der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ist somit die SPD selbst, ausgelöst durch die Agenda 2010, die Leiharbeit sowie durch die Einführung von Hartz IV.
Die Linkspartei ist aus den gleichen Gründen gegen Ceta und TTIP wie die Bürgerinitiative „Stopp TTIP“. Gleichwohl wie auch 75% der Bundesbürger dieses Außenhandelsabkommen ablehnen! Besonders entlarvend hierbei ist, dass die EU-Kommission die internationale Bürgerinitiative nicht anerkennen will. Die EU-Kommission sitzt noch der Teilerfolg der internationalen Bürgerinitiative „www.right2water.eu“ im Nacken.

Abkommen die im Geheimen verhandelt werden, deren Texte hauptsächlich von den Lobbyvertreter der internationalen Großkonzerne geschrieben wurden, die eine intransparente Paralleljustiz durch private und geheime Schiedsgerichte aufbauen und somit die parlamentarische Demokratie aushebeln wollen, werden nicht nur von der Linkspartei abgelehnt, sondern auch von der Mehrheit der Völker in Europa. Der Erfolg der Bürgerinitiative „Stopp TTIP“ wird es eindeutig beweisen. CETA und TTIP stärkt die Macht von Großkonzernen. Die Demokratie und das Gemeinwohl werden geschwächt.
Der Herr Gabriel, angeblich der Beschützer des „gesunden“ Mittelstandes, spricht hier über Dinge, die er noch gar nicht gelesen hat, große Teile dieses Abkommens sind nach wie vor geheim. Solche Abkommen begünstigen NUR die internationalen Großkonzerne, der Mittelstand wird hier nur die Nachteile zu spüren bekommen. Und dafür darf sich der Mittelstand dann bei Sigmar Gabriel persönlich bedanken. Wahrscheinlich hat es der Herr Gabriel zu diesem Zeitpunkt dem Herrn Clement längst gleich getan und hat dann die Seiten gewechselt, in das große Heer der Wirtschaftslobbyisten.

Gemeinsamer Antrag nur für die Öffentlichkeit?

Wohnmobilpark

Wohnmobilpark Neukloster

Der gemeinsame Antrag der GroKo Grevesmühlen zum Parkplatz für Wohnmobile verwundert uns doch sehr. Es ist allen bekannt, dass die Vorarbeiten zu diesem Projekt längst angelaufen sind. So hat es schon Vorgespräche zwischen dem Bürgermeister und dem Vorstand des Vereins „Unser Freibad“ gegeben. Auch hat sich der Vorsitzende des Vereins, Jürgen Bühring, schon auf dem Parkplatz für Wohnmobile in Neukloster umgesehen und sich alle Gegebenheiten, Öffnungszeiten und Preise erläutern lassen. Bei einem weiteren Gespräch im Rathaus hat Herr Bühring kundgetan, vielleicht könnte der Verein „Unser Freibad“ sogar das Betreiben bzw. die Bewirtschaftung übernehmen. In Anbetracht dessen, dass nur ca. 20 Stellplätze angedacht sind (was für Grevesmühlen ausreichend wäre), halten wir das für eine gute Variante. Zur weiteren Konkretisierung des Vorhabens soll es in naher Zukunft zu einem Termin vor Ort kommen. Nach Aussage des Baumatsleiters Herrn Prahler hat auch schon das Bauamt Gespräche zu diesem Thema mit Experten geführt. Was soll also dieser überflüssige Antrag der CDU- und SPD-Fraktion? Fällt ihnen nichts anderes ein als auf einen abgefahrenen Zug zu springen, um sich ins Gespräch zu bringen?

Es gibt auch schon ein leises Knirschen in der GroKo zu vernehmen. Auslöser war wieder einmal der 1.stellvertretende Stadtpräsident Sven Schiffner (SPD), der mit einem vorschnellen Redebeitrag zum Nachtragshaushalt, dem Finanzausschußvorsitzenden Maik Faasch (CDU) die Show stahl. Darüber war der Fraktionsvorsitzende der CDU Dr. Roland Anderko wie üblich wenig erfreut.

Löcher stopfen statt Qualität und Langfristigkeit an den Schulen in MV

Simone OldenburgSimone Oldenburg
MdL Die Linke M/V

Zum Stand der Vorbereitungen für das Schuljahr 2014/15 erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg:

„Allen Beschäftigten an den Schulen des Landes, aber auch den Eltern gebührt Dank für ihre Leistungen im vergangenen Schuljahr. Ich wünsche allen noch einige erholsame Ferientage und viel Kraft für das anstehende Schuljahr.
Die Lehrerwerbekampagne des Landes hat glücklicherweise Lehrkräfte nach MV gelockt. Der Lockruf verhalte allerdings weitgehend ungehört im Bereich der Sonderpädagogik sowie für gegenwärtige und künftige Stellenbesetzungen an den Grundschulen. In diesem Bereich sind weit mehr als 40 Stellen unbesetzt. Hauptursachen dafür sind die fehlende langfristige Kapazitätsplanung für die verschiedenen Lehrämter sowie die ungerechte Vergütung der Lehrkräfte an Grundschulen. Folge dieser Politik von der Hand in den Mund sind nicht besetzte Stellen an Förderschulen oder für den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Förderbedarf. Damit bleibt es mitten im Übergang zur inklusiven Schule bei einer mangelnden Unterstützung und Entlastung für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte gleichermaßen.
Erschwerend kommt hinzu, dass es dem Land erneut nicht gelungen ist, die zum 1. August 2014 ausgeschriebenen Stellen für den Vorbereitungsdienst komplett zu besetzen. So bleiben 66 von 197 Stellen vakant.
Damit ist zu erwarten, dass die Bildungspolitik in MV auch künftig von Löcher stopfen geprägt sein wird statt von langfristiger und kluger Planung. Die unbesetzten Stellen im Vorbereitungsdienst machen deutlich, dass der Einstellungsbedarf in MV nicht aus eigener Kraft gedeckt werden kann.“

Lippenbekenntnisse der SPD zur Gerichtsstrukturreform wirklich glaubwürdig?

In dem OZ-Artikel Über 90000 fordern Volksentscheid wird u.a. berichtet, dass auch Grevesmühlener SPD-Mitglieder fleißig Unterschriften für das Volksbegehren gegen die unsinnige Reform der SPD-geführten Landesregierung gesammelt haben. Zuerst hat die SPD-geführte Landesregierung die Gerichtsstruktur erarbeitet und die SPD-CDU-Mehrheit diese im Landtag brav abgenickt – offensichtlich ohne die Basis vor Ort. Im Kreistag hat die Fraktion der LINKEN zwei Anläufe vor der Kommunalwahl genommen, damit auch in der Kreisverwaltung Nordwestmecklenburg die Unterschriftslisten auslegt werden können. Beim ersten Mal sah die SPD keine Dringlichkeit für das Anliegen und beim zweiten Mal lehnte sie den Antrag ohne Begründung zusammen mit der CDU-Fraktion ab. Dieses Agieren der SPD ist scheinheilig und unglaubwürdig, offensichtlich darf die Basis jetzt „Volksnähe“ spielen – in der Hoffnung landesweit nichts ausrichten zu können?
DIE LINKE hat die unsinnige Reform, welche die Rechte der Menschen einschränkt, von Anfang an abgelehnt (u.a. Antrag im Kreistag NWM im September 2013 – mehrheitlich befürwortet) und später im ganzen Land Unterschriften für das Volksbegehren gesammelt. Wir werden dies auch weiterhin tun, damit u.a. auch das Grevesmühlener Amtsgericht nicht zur Zweigstelle degradiert wird – was nicht viel mehr als ein Archiv bedeutet.

Apropos Scheinheiligkeit der SPD: In dem OZ-Artikel „Drei Richter müssen ihren Tisch räumen“ konnte die Finanzministerin Heike Polzin (SPD) und der SPD-Fraktionschef Stefan Baetke, der ganzen negativen Entwicklung in der Gerichtsstrukturreform sogar etwas Positives abgewinnen. Zitate gefällig:
Heike Polzin:

Grevesmühlener Kollegen könnten in Wismar aushelfen und umgekehrt. Das ist vorher nicht möglich gewesen.

Stefan Beatke:

Vor allem freut er sich, dass das Betreuungsgericht bestehen bleibt. Als rechtlicher Betreuer im Grevesmühlener Verein „Der Weg“ sagte er: „Gerade für die älteren Bürger und den Verein ist es wichtig, dass die Betreuungssachen hier verhandelt werden. So bleibt uns der Fahrtweg erspart.“

Für ein erfolgreiches Volksbegehren fehlen, nach Angaben des Richterbundes, noch 25.000 Unterschriften. Benötigte Unterschriftslisten liegen auch noch weiterhin in unserer Regionalgeschäftsstelle, Die Linke, Wismarsche Straße 39, aus.

GROKO in der Stadvertretung Grevesmühlen

Die neue Harmonie

Die neue Harmonie?

Die neue Liebe zwischen CDU und SPD

Konstituierende Sitzung der Stadtvertretung in Grevesmühlen. Das älteste Mitglied der neugewählten Stadtvertretung übernahm die Leitung der Sitzung, in diesem Falle Herr Dr. Roland Anderko (CDU). Er hielt eine Eröffnungsrede, in der er die Anfänge der Kommunalpolitik nach 1990 noch einmal aufleben lies. Besondere Erwähnung fand hier die damalige große Koalition zwischen CDU- und SPD -Fraktion. Nach seiner eigenen Aussage bedauerte er, dass diese nicht lange hielt. Anschließend fand er sehr viele lobende Worte für den scheidenden Stadtpräsidenten Hans-Joachim Schönfeldt. Danach erfolgte die Vorstellung der Fraktionen und der Aufruf zur Wahl des Stadtpräsidenten/in. Der Vorschlag der CDU-Fraktion: Dr. Udo Brockmann. Sofort erfolgte die 1. Überraschung des Abends. Der Fraktionsvorsitzende Stefan Baetke (SPD) lobte diesen Vorschlag und versicherte die Zustimmung der SPD-Fraktion, obwohl im Vorfeld bekannt war, dass die SPD selbst starke Ambitionen für den Stadtpräsidenten/in hegte. Die geheime Wahl erfolgte: 23 Ja-Stimmen, 1 Enthaltung und eine ungültige Stimme.

An dieser Stelle noch einmal unseren herzlichen Glückwunsch an Herrn Dr. Udo Brockmann (CDU) – eine sehr gute Wahl!

Dann kam es zur zweiten Überraschung des Abends. Die Wahl zum 1. Stellvertretenden Stadtpräsidenten/in. Vorschlag der SPD-Fraktion: Sven Schiffner (SPD) und der Vorschlag der LINKE-Fraktion: Marlis Scholz. Der Fraktionsvorsitzende der CDU Dr. Roland Anderko lobte den Vorschlag der SPD-Fraktion und versicherte die Zustimmung der CDU-Fraktion. Die geheime Wahl erfolgte: 15 Stimmen Sven Schiffner und 9 Stimmen für Marlis Scholz, bei einer Enthaltung. Danach erfolgte die Wahl zum zweiten Stellvertreter/in des Stadtpräsidenten: Marlis Scholz 20 Ja-Stimmen, 5 Nein-Stimmen. Und weiter ging es in schönster Harmonie. Wahl der Stadträte. Die CDU und die SPD schlug vor und bescheinigte sich gegenseitig, die Vorschläge seien prima, weil altbewährt. Obwohl alle im Saal wussten, dass es gerade immer wieder die CDU-Fraktion in der letzten Legislaturperiode war, die Kritik an der Verwaltung übte.
Dann kam es zum Schmankerl des Abends: Wahl der Vertreter in den Städte- und Gemeindetag. Dr. Anderko war so in Fahrt, dass er außer seinen Kandidaten den der SPD gleich mit vorschlug. Jetzt wurde auch dem letzten Zuschauer klar: Hier gibt es eine neue Harmonie, und die neue GROKO zwischen CDU und SPD scheint besiegelt zu sein.

Den Clou des Abends lieferte der 1. stellvertretende Stadtpräsident Sven Schiffner – er hielt die Laudatio und sprach die Dankesworte auf das wirklich sehr gelungene Stadtfest. Somit blieb dem Bürgermeister und Vorsitzenden des Stadtfestkomitees Jürgen Ditz nur der Akt, sich diesen Worten anzuschließen.

Zum Abschluß dieses wirklich harmonischen Abends fehlte eigentlich nur eine herzliche Umarmung der beiden Vorsitzenden der CDU- und SPD-Fraktion. Das wäre doch mal ein schönes Bild für die Tagespresse gewesen. Aber was nicht ist kann ja noch werden …

Die trügerische Harmonie wird doch wohl fünf Jahre halten?

Dietmar Bartsch – Fliegen mit der Kanzlerin

WM 2014

Dietmar Bartsch in Salvador da Bahia
Quelle: Webseite Dietmar Bartsch

Darf man als Linker Fußball-Fan sein? – Unbedingt. Darf man als Linker zur WM nach Brasilien fliegen? – Ja. Darf man das erste Spiel der deutschen Mannschaft gegen Portugal besuchen? – Ja. Muss man dafür die deutsche Kanzlerin begleiten und mit dem Regierungs-Airbus nur mit 15 Personen besetzen. – NEIN. Der moderne A340 bietet immerhin 142 Passagieren Platz. Von den Kosten einmal ganz zu schweigen. Eine Flugstunde mit der Maschine kostet nach Angaben des Steuerzahlerbundes etwa 12.000 Euro. Hin und zurück dauert ein Flug 25 Stunden. Also bei einer Gesamtsumme von 300.000 € entspricht das pro Person 20000 €.
War das jetzt Instinktlosigkeit, das WM-Fieber oder einfach Selbstüberschätzung von Dietmar Bartsch, dass er sich zu der Teilnahme hat hinreißen lassen. Ich tendiere hier zum Ersteren, den von unserem Vize-Vorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag hätte ich entschieden etwas Anderes erwartet. Vor vier Jahren hatte die Linke demonstrativ ihre Zusage zur Begleitung der Kanzlerin zur WM nach Südafrika wieder zurückgezogen – auch wegen der hohen Kosten für die kurze Visite.
Das war glaubhaft und authentisch, Opposition gegenüber den Regierungsparteien, ist NICHT verhandelbar.

Umso schlimmer wiegt, die mehr als müde vorgetragene Rechtfertigung von Dietmar Bartsch.

Der Fußball-Fan Dietmar Bartsch hätte mit Lufthansa für ~ 1400€ Hin-und Rückflug nach Brasilien fliegen können und somit seine Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der brasilianischen Protestbewegung sowie ein spannendes Projekt, wo Mädchen und Jungen aus komplizierten Familiensituationen gemeinsam Fußball spielen, wahrnehmen können.
Und diese „politischen Aktivitäten“ hätten es auch gerechtfertigt, wenn die Kosten der Reise dann die Partei Die Linke übernommen hätte.

Das hätte unserer Partei authentischer und ehrlicher zu Gesicht gestanden!

Thomas Pagels
BO Die Linke Grevesmühlen

Werner Rügemer im Interview über TIPP und „Union Busting“

In dem Interview des Wirtschaftsjournalisten Dr. Werner Rügemer kommt er zu dem Ergebnis, dass sich hinter dem umstrittenden Handelsabkommen TTIP beispielsweise die konkrete Idee verbirgt, dass einige wenige Konzerne, meist aus den USA, über ihre Anwaltskanzleien direkten Einfluss auf alle Bereiche europäischer Bürger nehmen können.
Wer sich ihren Ideen, die aktuell hinter verschlossenen Türen beschlossen werden, nicht unterwirft, wird verklagt. Allerdings von “privaten” Schiedsgerichten. Das Urteil dieser Gerichte kann weder der Bürger, noch ein Staat, ein Landkreis oder eine Stadt anfechten. Das ist das Ende des Rechtsstaates, zumal dem Bürger ein solches Schiedsgericht gegen die Industrie nicht zusteht.
Ebenfalls zur Sprache kommen die mangelnde Unabhängigkeit von Ratingagenturen sowie der Plan des “Union Bustings”, das Zerschlagen europäischer Gewerkschaften. In den USA wird der Plan seit Jahren angewendet und hat den “Poor Worker” zur Folge: Den an der Armutsgrenze lebenden Fulltime-Arbeiter. All diese neuen Arbeitsstandards aus den USA soll TTIP auch in die EU bringen. Werner Rügemer packt bis ins kleinste Detail aus. Es ist an uns, unsere Gesellschaft vor dieser hereinbrechenden Downcycling-Welle zu schützen.
 


 
weiterführende Links:
Unabhängige Wissenschaft in der Neue Rheinische Zeitung
53 Professoren solidarisch mit Rügemer auf arbeitsunrecht.de
Unabhängige Forschung in der Jungen Welt

Sigmar Gabriel will Fracking-Gesetz während der WM verabschieden

Frackinggesetz stoppen!

Frackinggesetz stoppen!

[Update 22.06.2014] Wie jetzt bekannt wurde, findet die Abstimmung am Mittwoch im Kabinet nicht statt! Trotzdem hält der Wirtschaftsminister an seinen Plänen fest und so will er nach der Sommerpause, ab September, diesen Gesetzentwurf dem Kabinett vorgelegen. Es ist also weiterhin notwendig, dem Minister Sigmar Gabriel die rote Karte zu zeigen. Zeichnen Sie die unten stehenden Campact-Aktion! Aktuell haben es schon 274.000 Bürger getan, innerhalb von 4 Tagen!

Während viele am Fernseher Tore bejubeln, plant Sigmar Gabriel abseits der Kameras ein dreistes Foul-Spiel: Bereits kommenden Mittwoch will der Wirtschaftsminister im Kabinett ein Gesetz beschließen lassen, das Fracking ermöglicht – auf über 80 Prozent des Bundesgebiets. Beim Fracking sprengen Exxon und Co. mit Hochdruck Gestein tief in der Erde auf, um an das darin enthaltene Erdgas zu gelangen. Es entsteht ein giftiger Abwassercocktail – der unser Trinkwasser bedroht. Chemikalien belasten das Trinkwasser, ganze Landstriche werden zerstört: Wie gefährlich Fracking ist, zeigen Erfahrungen aus den USA, wo Konzerne die Technologie großflächig einsetzen. Nach Medienberichten erwägt Gabriel zwar, das Beimischen „umwelttoxischer“ Substanzen zu verbieten. Doch was darunter fällt, ist rechtlich unklar – im schlimmsten Fall nur ein grünes Feigenblatt für eine unbeherrschbare Technologie.
Denn auch beim Aufbrechen des Gesteins mit reinem Wasser werden giftige Chemikalien, radioaktive Substanzen und Schwermetalle aus dem Untergrund an die Oberfläche geschwemmt. Die Entsorgung dieses Giftcocktails gefährdet in jedem Fall das Grundwasser – und damit unser aller Trinkwasser.
Das von Gabriel vorgelegte Gesetz verbietet zwar Fracking in Trinkwasser-Schutzgebieten – aber Grundwasserströme machen an deren Grenzen nicht halt. Mineralwasserbrunnen, Bierbrauereien, Gärtnereien und viele Hobbygärtner/innen entnehmen zudem Grundwasser vor allem außerhalb der Schutzgebiete. Genau dort und damit auf weit über 80 Prozent der Landesfläche wird nach Gabriels Plänen die Risikotechnologie eingesetzt werden dürfen. Dafür reicht eine einfache Umweltverträglichkeitsprüfung: ein zahnloser Tiger, solange Studien zu den Langzeitfolgen von Fracking fehlen.

Unterstützen Sie die Campact-Aktion gegen das Fracking-Gesetz!

Gauck zwischen Feldherr und Weltpolizist

16. Juni 2014 Bundeswehr, Kriegseinsätze
Joachim Gauck

Collage frei nach
James Montgomery Flagg

„Menschenrechte lassen sich nicht herbeibomben, das weiß auch der Bundespräsident. Im Gegenteil: Im Krieg kommen die Menschenrechte unter die Räder. Wer wie Gauck zur Begründung eines größeren militärischen Einsatzes der Bundeswehr im Ausland Parallelen zu innerdeutschen Polizeieinsätzen zieht, begibt sich auf ganz gefährliches Terrain. Ein Weltpolizist Deutschland wird gerade vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte von der klaren Mehrheit der Bevölkerung aus guten Gründen abgelehnt“ kritisiert Jan van Aken, außenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, die Äußerungen des Bundespräsidenten während seiner Norwegen-Reise. Van Aken weiter:

„Es ist völlig richtig und wichtig, dass Deutschland viel aktiver werden muss, um auch international die Durchsetzung von Menschenrechten und sozialer Gerechtigkeit zu unterstützen. Aber das kann und darf nicht militärisch geschehen. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Einmischen und Militärintervention. Gaucks einseitiger Blick auf das Militärische ist hochgefährlich und vom Verfassungsauftrag der Bundeswehr in keiner Weise gedeckt. Ein Bundespräsident, der quasi als Feldherr die Bundeswehr mit Hurra in alle Welt schicken möchte, stellt sich gegen die Bevölkerung und begibt sich damit ins Abseits.“

Quelle: Die Linke

Antwort des Liedermachers Konstantin Wecker: Gauck ist die Worthülse im Patronengürtel unserer Kanzlerin…

Der echte Verfassungsschutzbericht

jan_korteJan Korte, Die Linke, MdB

„Der Grundrechte-Report dokumentiert auch in diesem Jahr wieder den respektlosen Umgang des Staates mit den Rechten der Bürgerinnen und Bürgern. Die Gleichgültigkeit, mit der Grundrechtsverstöße begangen und hingenommen werden, ist dabei der eigentliche Skandal. Ein demokratischer Rechtsstaat darf Bürgerrechtsverletzungen niemals als Kollateralschaden betrachten oder gar für normal erklären“, so Jan Korte, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE. Korte weiter:

„Die Herausgeber des Grundrechte-Reports sind die eigentlichen Verfassungsschützer der Republik. Sie machen nicht nur deutlich, wo unsere Verfassung verletzt und der Rechtsstaat in Gefahr gebracht wird, sie tun dies auch ohne geheimdienstliche Mittel, ohne millionenschwere Überwachungsprogramme und ohne die Freiheit der Bevölkerung einzuschränken. Die Bundesregierung kann den Bericht als Armutszeugnis ihrer Regierungspolitik begreifen. Besser wäre es aber, sie nähme sich den Grundrechte-Report als To-do-Liste vor und ließe den Sonntagsreden über Freiheit, Demokratie und Bürgerrechte endlich Taten folgen.“

Der „alternative Verfassungsschutzbericht“ stellt zwei zentrale Themen in den Mittelpunkt: die globale Massenüberwachung durch Geheimdienste einerseits und das unvorstellbare Versagen des Verfassungsschutzes und anderer staatlicher Behörden bei der Aufklärzung der NSU-Morde andererseits.

Außerdem wird über vielfältige Verletzungen der Grund- und Menschenrechte berichtet:

  • Abschottung gegenüber Flüchtlingen und Inkaufnahme ihres tausendfachen Todes im Mittelmeer
  • Ausgehebeltes Grundrecht auf Versammlungsfreiheit
  • Kriegsrelevante Forschung an deutschen Universitäten
  • Verweigerung sozialer Menschenrechte für eingewanderte Unionsbürger
  • Auferstehung frühkapitalistischer Arbeitsverhältnisse

Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt, Juni 2014,
240 Seiten,
ISBN: 978-3-596-03018-7
Preis: 10,99€
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