Leserbrief
In anderen Ländern dieser Erde gibt es ganz aktuell Menschen, die auf ihrem Weg zur Selbstbestimmung bereit sind, das eigene Leben hinzugeben. Und Mecklenburg Vorpommern geht einfach mal nicht zur Wahl. Mir als gebürtigem Mecklenburger ist das peinlich.
Wenn man schon zu faul ist, sich mit Parteiprogrammen oder Kandidaten auseinanderzusetzen, dann macht man während des Sonntagsspaziergangs wenigstens kurz im Wahllokal Halt, um anständiger weise die Rechtsextremisten aus dem Landtag zu befördern. Das ist auch gar nicht so kompliziert, versprochen: Je nach Händigkeit hält man mit dem linken oder rechten Daumen das NPD-Kästchen bedeckt – wobei der linke Daumen in diesem Zusammenhang eindeutig mehr Stil hat – und macht mit der Gegenhand sein Kreuz in eines der vielen anderen Kästchen. Mit der Zweitstimme wird ebenso verfahren. Solange der demokratische Daumen auf der NPD bleibt, kann man dann auch einfach nach Zufallsprinzip markieren. So tut man auch ganz ohne politisches Interesse an der eigenen Zukunft in jedem Fall etwas Gutes.
Und bevor in ein, zwei, drei oder vier Jahren am Stammtisch wieder gestöhnt wird, dass man das ja nicht hat ahnen können: Wer nicht wählen geht, darf sich hinterher auch nicht beklagen.
schreibt Markus Jeschonneck aus Unna
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