Medien

Kampagnenjournalismus gegen Sahra Wagenknecht

13. Oktober 2016

In den großen Zeitungen war in der letzten Woche zu lesen, wie ähnlich die Positionen von Sahra Wagenknecht von der Linkspartei und Frauke Petry von der AfD seien. Ausgelöst wurde die Serie dieser Artikel von einem Streitgespräch der beiden Politikerinnen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Schaut man sich dieses Interview aber im Original an, ist das Bild ein ganz anderes: Während Frau Petry eine Nähe zu Wagenknecht simuliert, attackiert Wagenknecht Petry und die AfD, wegen Rassismus und ihrer Klassenpolitik von oben. Die verdrehte Darstellung dieses Gesprächs in den Leitmedien, im Sinne einer angeblichen Rechtslastigkeit von Wagenknecht, ist ein Paradestück von Kampagnenjournalismus in Deutschland.

Ein weiteres Paradebeispiel für diese Manipulationen liefert im Anschluß das ZDF.

Die Hybris der SPD?

22. Dezember 2015

Erfolgreich?

Erfolgreich?

Erfolg ist wichtig! Gerade in der Regierungsarbeit. So schaut die SPD-Bundestagsfraktion in einer Halbjahresbilanz noch einmal auf ihre „Erfolge“.

  • Öffentliches WLAN und Netzneutralität
  • Schnelles Internet für alle
  • Vorratsdatenspeicherung
  • NSA Affäre aufklären
  • IT-Sicherheitsgesetz

Woh, so sieht also die Realität der SPD aus? Wenn man sich die Realität aber einmal genauer anschaut, werden aus den Erfolgen ganz schnell – Luftschlösser. Netzpolitik.org hat diese Luftschlösser sehr gut beschrieben.
Störerhaftung, 64k Internetversorgung in den ländlichen Gebieten, staatliche Speicherung aller Kommunikationsdaten, aktuelle NSA-Ausspähung, dass ist die deutsche Realität auch im Jahre 2016 und ganz bestimmt auch 2017.
Die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung, gerade auch mit Hilfe der SPD, wird der Partei sicherlich ganz viele Wählerstimmen einbringen!

Ups, das war jetzt etwas übermütig, auch eine Form von Hybris.

Ein Bundespressekindergarten?

14. Dezember 2015

Im Frühjahr 2014 wurde Tilo Jung offizielles Mitglied der Bundespressekonferenz. Anfang 2015 verlagerte Tilo Jung seinen Schwerpunkt auf die Berichterstattung in der Bundespressekonferenz und veröffentlichte die dort aufgenommenen Folgen auf seinem YouTube-Kanal unter der Rubrik BPK für Desinteressierte. Im Gegensatz zu den anderen Hauptstadtjournalisten war sein „Ansatz … [zu] informieren, wie die Bundesregierung informiert“. Und die Antworten, ja man muss wohl sagen, das Rumgeeiere, ist wirklich sehenswert. Das ist übrigens der Tilo Jung der in der letzten aktuellen Folge von „Die Anstalt“ durch Claus von Wagner geadelt wurde. Beispiel gefällig:


Schaut hin, hört zu – eine ganz wichtige Szene: Die Bundesregierung behauptet „Belege & Beweise“ zu haben, dass das Assad Öl von ISIS bezieht. Belegen & beweisen wollen & können sie das aber nicht. Stattdessen bittet das Auswärtiges Amt heute um Vertrauen: „Ob Sie uns das glauben oder nicht muss ich Ihnen überlassen. Entweder vertrauen Sie uns oder Sie lassen es sein.“ Am Ende bittet dann auch noch die BPK-Führung um diese „Belege & Beweise“… Es knistert!

Eine bessere politische Aufklärung als diese Videoclips von Tilo Jung kann die aktuelle Bundesregierung gar nicht leisten! Wer von diesen hochbezahlten Pressesprechern noch mehr sehen und hören möchte der schaut hier…

Deutsche Printmedien in privater Hand

13. Dezember 2015

Kritik an den deutschen Medien in Form von „Lügenpresse“ wird zu Recht zurückgewiesen. Aber es gibt wirklich sehr Viel an unseren deutschen Printmedien zu kritisieren. Ihre gemeinschaftliche Interessenlage, ihr kollektives Verschweigen von Nachrichten, ihr Gleichschaltung etc. Wenn man jetzt ganz böse wäre, könnte man meinen, unsere Printmedien befinden sich in wenigen Händen von deutschen Oligarchen. Springer, Mohn, Funke, Neven DuMont, Burda, Madsack, Schaub …! Was diese Medienkonzentration im Printbereich wie auch im Privatfernsehen in 30 Jahren in unserer Gesellschaft angerichtet haben kann niemand besser erklären als Volker Pispers!


12 Minuten und 41 Sekunden die in den Politikunterricht in jeder Oberstufe gehören. Es lohnt sich, dieses Video anzuschauen. Und es weiterzuleiten, damit möglichst viele Menschen um Sie herum diese Fakten kennen.
Und wer jetzt noch mehr intelligente Aufklärung braucht der schaut sich das ganze aktuelle Programm von Volker Pispers an!

Soll Merkel Papst werden?

09. Dezember 2014
Eine Analyse von Ulrich Gellermann

„Ich glaube nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe“, soll Winston Churchill einst gesagt haben. Natürlich würde die ARD niemals plump die Ergebniszahlen Ihres Deutschland-Trend fälschen. Das macht sie viel eleganter durch die Art der Fragen und der anschließenden journalistischen Verarbeitung.
Pünktlich zur Ministerpräsidentenwahl in Thüringen wussten die gebührenfinanzierten Fälscher der TAGESTHEMEN die Ergebnisse ihrer Arbeit wie folgt zusammenzufassen: „Ginge es nach allen Deutschen, dann wäre Bodo Ramelow nicht der erste Linken-Ministerpräsident geworden. Eine Mehrheit meint, dass die Partei ihre DDR-Vergangenheit noch nicht aufgearbeitet habe“. Bodo Ramelow konnte gar nicht von „allen Deutschen“ gewählt werden, denn die leben nun mal nicht alle in Thüringen. So ist die Frage genauso sinnvoll, als hätte man die Deutschen gefragt, ob Angela Merkel Papst werden solle, denn die ist nicht mal katholisch. …

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Dietmar Bartsch – Fliegen mit der Kanzlerin

23. Juni 2014

WM 2014

Dietmar Bartsch in Salvador da Bahia
Quelle: Webseite Dietmar Bartsch

Darf man als Linker Fußball-Fan sein? – Unbedingt. Darf man als Linker zur WM nach Brasilien fliegen? – Ja. Darf man das erste Spiel der deutschen Mannschaft gegen Portugal besuchen? – Ja. Muss man dafür die deutsche Kanzlerin begleiten und mit dem Regierungs-Airbus nur mit 15 Personen besetzen. – NEIN. Der moderne A340 bietet immerhin 142 Passagieren Platz. Von den Kosten einmal ganz zu schweigen. Eine Flugstunde mit der Maschine kostet nach Angaben des Steuerzahlerbundes etwa 12.000 Euro. Hin und zurück dauert ein Flug 25 Stunden. Also bei einer Gesamtsumme von 300.000 € entspricht das pro Person 20000 €.
War das jetzt Instinktlosigkeit, das WM-Fieber oder einfach Selbstüberschätzung von Dietmar Bartsch, dass er sich zu der Teilnahme hat hinreißen lassen. Ich tendiere hier zum Ersteren, den von unserem Vize-Vorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag hätte ich entschieden etwas Anderes erwartet. Vor vier Jahren hatte die Linke demonstrativ ihre Zusage zur Begleitung der Kanzlerin zur WM nach Südafrika wieder zurückgezogen – auch wegen der hohen Kosten für die kurze Visite.
Das war glaubhaft und authentisch, Opposition gegenüber den Regierungsparteien, ist NICHT verhandelbar.

Umso schlimmer wiegt, die mehr als müde vorgetragene Rechtfertigung von Dietmar Bartsch.

Der Fußball-Fan Dietmar Bartsch hätte mit Lufthansa für ~ 1400€ Hin-und Rückflug nach Brasilien fliegen können und somit seine Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der brasilianischen Protestbewegung sowie ein spannendes Projekt, wo Mädchen und Jungen aus komplizierten Familiensituationen gemeinsam Fußball spielen, wahrnehmen können.
Und diese „politischen Aktivitäten“ hätten es auch gerechtfertigt, wenn die Kosten der Reise dann die Partei Die Linke übernommen hätte.

Das hätte unserer Partei authentischer und ehrlicher zu Gesicht gestanden!

Thomas Pagels
BO Die Linke Grevesmühlen

Das Leistungsschutzrecht – der berühmte Schuss ins Knie?

30. Juli 2013

Ab dem 01 August 2013 tritt das umstrittende Leistungsschutzrecht für Presseverleger in Kraft. Zitat bei Wikipedia:

Für ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger wird vorgebracht, es handele sich um eine Schutzlücke, da andere Verwerter wie zum Beispiel Tonträgerhersteller schon ein Leistungsschutzrecht hätten. Das Leistungsschutzrecht sei zudem nötig, um Presseverlage vor einem unlauteren Ausbeuten ihrer Leistung durch Suchmaschinen zu schützen. Internetportale erzielen erhebliche Werbeeinnahmen und setzen Aggregatoren ein, wobei sie aber die Arbeitsergebnisse von Journalisten benutzen, die wiederum von Verlagen bezahlt werden. Daher stehe den Verlagen ein Anteil an diesen Werbeeinnahmen zu.
Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger vertritt die Auffassung, die Verfolgung der Urheberrechte sei bei systematischer Ausnutzung der Presseinhalte nicht mehr möglich. Als wirtschaftliches Argument werden sinkende Umsätze der Zeitungen, Wochenzeitungen und Publikumszeitschriften von rund 14 Milliarden Euro im Jahr 2000 auf 11 Milliarden Euro im Jahr 2009 und die Verlagerung hin zu Online-Medien angeführt.

Das sind die Gegenargumente des Zentrum für Digitalen Fortschritt:
 


 
Wer Abmahnungen und Rechtsstreitigkeiten mit den Presseverlagen ab dem 01.08.2013 vermeiden will, sollte in Zukunft von Pressetexten die Finger lassen. Kleinere Webseiten- und Blogbetreiber stehen hier ganz besonders im Fokus.
Nur wie kann verhindert werden, das in den Blog-Kommentaren nicht wieder Links zu Onlineartikel auftauchen?
Hier gibt es jetzt Abhilfe. Für WordPress gibt es ein wunderbares Plugin, was eine direkte Verlinkung verhindert und gleichzeitig auf die negativen Folgen des Leistungsschutzrechts hinweist. Alle Links in Blogtexten oder Kommentaren zu Onlineangeboten von Presseverlagen werden dann auf die Landingpage von D64 LSR-Stopper weitergeleitet. Dort wird dann über das Leistungsschutzrecht informiert und natürlich wird dann mit nur einem weiteren Klick zum Originalinhalt weitergeleitet.
Auf der Seite von D64 gibt es weitere Erweiterungen, so z.B. für Drupal oder Greasemonkey. Auch die aktuelle Blacklist der einzelnen Presseerzeugnisse ist dort zu finden. Ein großer Verfechter des LSR, der Springerkonzern hat seinen Kniefall vor den Goggle-News schon getan und sich damit öffentlich ins Knie geschossen. Weitere Lobbyisten-Verlage werden kurzfristig folgen.

weiterführende Links:

IGELInitiative gegen das Leistungsschutzrecht für Presseverlage

P.S. Auch unsere regionalen Onlinezeitungen, wie die Ostsee-Zeitung, die SVZ und die Lübecker Nachrichten stehen auf der Blacklist von D64!

Deutsche halten Medien für korrupter als das Parlament

09. Juli 2013

Korruption© Pixelio.de/ Dieter Schütz

Die Antikorruptionsorganisation Transparency International hat heute die Ergebnisse des Globalen Korruptionsbarometer 2013 vorgestellt. In Deutschland schneiden auf einer Skala von eins (überhaupt nicht korrupt) bis fünf (höchst korrupt) Justiz (2,6), Polizei (2,7), aber auch das Bildungswesen (2,7) besonders gut ab.
Spitzenreiter – im negativen Sinne – sind die politischen Parteien (3,8) und die Privatwirtschaft (3,7). Auch weltweit werden die politischen Parteien am häufigsten als die korruptesten Institutionen wahrgenommen. Auffällig ist das vergleichsweise schlechte Abschneiden der Medien (3,6) in Deutschland. Sie rangieren erstmals hinter der Öffentlichen Verwaltung (3,4) und dem Parlament (3,4). Nichtregierungsorganisationen liegen mit 3,0 Punkten im Mittelfeld.
Edda Müller, Vorsitzende von Transparency Deutschland: „Die kritische Berichterstattung durch die Medien spielt eine wichtige Rolle bei der Korruptionsbekämpfung. Es ist daher ein alarmierendes Zeichen, wenn das Vertrauen der Bevölkerung in die Medien zu sinken scheint. Wir brauchen eine Diskussion darüber, wie die Unabhängigkeit und Qualität der Medien langfristig gewährt werden kann.“
Zunehmende wirtschaftliche Probleme, vor allem bei den Printmedien, prekäre Arbeitsverhältnisse von Journalisten und Abhängigkeiten von Anzeigekunden können in der Praxis immer wieder zu Interessenkonflikten führen.
Transparency Deutschland fordert daher, dass Strukturen und Prozesse der Verlage und öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten unter dem Gesichtspunkt der Korruptionsbekämpfung und der Transparenz zu überprüfen und zeitgemäßen Compliancemanagementsystemen anzupassen sind. Darüber hinaus muss der öffentlich-rechtliche Rundfunk in einem jährlichen Bericht detailliert und öffentlich über die Verwendung der Gebühreneinnahmen Auskunft geben.
Als Negativbeispiel der Medien sei hier noch einmal an das Putin-Interview der ARD, aus dem Jahre 2008, mit Thomas Roth, erinnert. Übrigens, das ist der Thomas Roth, der jetzt neuer Mister „Tagesthemen“ wird, als Nachfolger von Tom Buhrow.

P.S. Auch in diesem Jahr hat der deutsche Bundestag, Schärfere Regeln gegen Abgeordnetenbestechung, abgelehnt! Somit kann Deutschland auch weiterhin nicht die UN-Konvention gegen Korruption ratifizieren! Die Bundesrepublik Deutschland befindet sich somit in der besten Gesellschaft von Ländern wie Sudan und Somalia!

Sich einbringen und mitreden

12. Juni 2012

Unter diesem Motto hat unsere Partei ein Debattenblog gestartet. Ein Blog, der sowohl nach innen als auch nach außen eine wichtige Rolle spielen kann. Wenn wir es jetzt hinkriegen nicht einfach nur Debatten zu führen, sondern auch noch eine Debattenkultur zu etablieren, welche das miteinander beflügelt, können wir nur gewinnen! Eine Debatte darf, kann und soll dabei auch kontrovers geführt werden, denn eine JA-Sager-Mentalität ist da wohl eher suboptimal. Der erste Schritt ist damit also getan. Wir wünschen schon mal “Viel Glück!” und gehen davon aus, auch den einen oder anderen Beitrag dort selbst zu posten.

Quelle : Ben Brusniak